Wichtig auch das Gespräch zwischendurch
Große Resonanz auf Symposium für Milchviehhalter / BSE kein Thema mehr für Landwirte
Von Petra Waschescio
NEURUPPIN. Drei Großleinwände für Computer-Präsentationen und Videoübertragung beherrschen die Stirnseite der Sporthalle an der Trenckmannstraße. Blaue Scheinwerfer zaubern die Ahnung eines Himmels ins Dach des nüchternen Funktionsbaus. Hightec, wohin das Auge sieht.
Mit Landwirtschaft bringt der außenstehende Besucher die Veranstaltung auf den ersten Blick nicht in Zusammenhang. Auch die erhaschten Begriffe wie "Ovsync" oder "PH-Wert-Messungen" lassen zunächst einen Kongress von Chemikern vermuten. Dennoch - im Saal des Sportcenters sitzen rund tausend Landwirte. Sie lauschen den Vorträgen des 6. Symposiums fiir Milchviehhalter. Organisiert wird das Treffen vom Wuthenower Unternehmer Dr. Bernd Pieper (RA berichtete). Spätestens die Werbung zwischen den Referaten "Definitely more milk" (Definitiv mehr Milch) macht aber auch dem Außenstehenden klar, worum es geht: um die Kuh und ihre Milchleistung. Und das, so scheint es, ist eine Hightec-Frage. Sechs Vorträge am Vormittag, weitere fünf am Nachmittag - ein volles Programm. Für den Austausch unter Kollegen bleibt nur Raum abseits der Referate im Foyer. "Die Vorträge sind sehr gut", sagt Jos Berntsen aus Aalten in den Niederlanden. Fast wichtiger aber seien für ihn die Gespräche mit den Kollegen. Das Neuruppiner Symposium sei inzwischen ein fester Termin im Kalender, zu dem sie jährlich wieder kommen. Dass ein Jahr nach der BSE-Krise das Thema nicht auf dem Kongressprogramm steht, war für ihn wie für andere seiner Mitstreiter kein Problem. Andere Themen stehen für die Landwirte im Mittelpunkt ihres Interesses. Dass das Treffen der Milchviehhalter auch für Neuruppin ein wichtiger Faktor geworden ist, bestätigt Jens-Peter Golde, Vorsitzender des Verkehrsvereins Ruppiner Schweiz. "Pieper ist die beste Werbung für uns. Alle Hotels sind ausgebucht." Gerade die auswärtigen Gäste seien Multiplikatoren. Sie kämen auch zu privaten Besuchen wieder.
Foto: Zohova