So gelingen Ernte, Silierung und Fütterung
Die Trockenheit dieses Sommers hat in vielen Regionen deutliche Spuren in den Maisbeständen hinterlassen. Während andernorts der Mais üppig wächst, stellt sich auf trockengeschädigten Flächen die Frage: Wann ernten – und wie lässt sich trotzdem eine hochwertige Silage erzeugen? Wir haben die wichtigsten Hinweise für Sie zusammengefasst.
Der richtige Erntezeitpunkt
Ist ein Bestand gleichmäßig geschädigt und hat kaum oder keine Kolben angesetzt, sollte die Ernte beginnen, sobald 30 bis 50 % der Blätter oberhalb des Kolbenansatzes braun sind. Ein nennenswerter Zuwachs ist dann nicht mehr zu erwarten, während das Schimmelrisiko mit zunehmender Reife deutlich steigt.
Bei ungleichmäßig geschädigten Schlägen gilt: Sind etwa 30 % der Pflanzen normal entwickelt, lohnt es sich, deren Erntereife abzuwarten – sie liefern den Hauptertrag. Nimmt die Verpilzung jedoch stark zu, muss sofort geerntet werden, um Mykotoxinbelastungen zu vermeiden.
Worauf es bei der Silierung ankommt
Fehlt der Kolben, wird der Trockenmassegehalt häufig überschätzt. Die Pflanze enthält dann viel Zucker, aber wenig Stärke. Zusätzlich gehen beim Häckseln vor allem die vertrockneten Blätter verloren, was die Trockenmasse weiter senkt. Eine Häcksellänge von 0,8 bis 1 cm sorgt für gute Verdichtung, zu kurzes Häckseln sollte vermieden werden.
Niedrige Trockenmassegehalte führen zu viel Essigsäure, höheren Gär- und Sickersaftverlusten und einer geringeren Futteraufnahme. Da trockengeschädigte Pflanzen zudem nur wenige natürliche Milchsäurebakterien mitbringen, empfehlen wir dringend den Einsatz homofermentativer Siliermittel. Unser DLG-geprüftes BIO-SIL® reduziert Verluste, erhöht die Energiekonzentration und verbessert die Schmackhaftigkeit.
Achtung, nitrose Gase: Trockengeschädigter Mais enthält oft erhöhte Nitratgehalte. Während der Gärung können daraus giftige, gelbliche Gase entstehen, die sich in der Gärblase am oberen Silorand sammeln. Gärgase daher nicht ablassen und nicht einatmen! Eine schnelle Steuerung des Gärprozesses durch Siliermittel kann ihre Bildung teilweise unterdrücken. Für das Futter selbst sind die Gase nicht schädlich, da sie sich später wieder abbauen.
Hinweise für die Fütterung
Ohne Kolben ist trockengeschädigter Mais stärke- und energieärmer als gesunder Mais – und oft auffallend kaliumreich. Das hebt die DCAB (Dietary Cation-Anion Balance) der Ration an, was in der Vorbereitungsfütterung das Risiko für Stoffwechselstörungen wie Milchfieber erhöht. Deshalb gilt: In dieser sensiblen Phase nur vorsichtig einsetzen und vorher unbedingt eine Futtermittelanalyse durchführen.
Futterlücken schließen mit Grünschnittroggen
Längere Trockenphasen drücken oft auch die Grassilage-Erträge. Eine bewährte hofeigene Alternative ist Grünschnittroggen: Aussaat Anfang September, Ernte vor dem Ährenschieben Mitte bis Ende April. Angewelkt auf mindestens 28 % Trockenmasse und mit BIO-SIL® siliert, liefert er rund 40 dt TM/ha bei 6,4 bis 6,8 MJ NEL – vergleichbar mit sehr guter Grassilage. Wichtig: Direkt nach der Ernte den Stoppelsturz durchführen, um die Bodenfeuchte zu halten.
Unser 10-Punkte-Plan zur Maissilierung
Für eine rundum gelungene Silage haben wir unsere bewährten Grundregeln im 10-Punkte-Plan zur Maissilierungzusammengefasst – von Erntereife, Stoppelhöhe und Häcksellänge über Festfahren, Abdecken und Folien bis hin zu Lagerdauer, Entnahme und Sauberkeit am Silo.
Haben Sie Fragen zu Ihrem Bestand oder zum Einsatz von BIO-SIL®? Sprechen Sie uns gern an – telefonisch unter 03391 / 68 48 0 oder per E-Mail an info@dr-pieper.com.
